© toktakkondesign / 123RF.com

Spannende Einblicke: Beim Vortragsprogramm spielt DOXNET wieder seine Stärken aus

DOXNET 2023 – Fachkonferenz & Ausstellung

Die DOXNET-Jahreskonferenz im Kongresshaus Baden-Baden besticht seit jeher mit einer großen Bandbreite verschiedener Fachvorträge. So natürlich auch bei der Jubiläumsveranstaltung. 13 Anwender- und Grundsatzvorträge sowie 13 Hersteller-Vorträge waren es in diesem Jahr.

Michael Adamitzki (Itergo GmbH, IT-Dienstleister der Ergo-Gruppe) lieferte Teil 3 seiner metaphorischen Reise in die Tierwelt, die bei der Jahreskonferenz 2021 ihren Anfang genommen hat. „Zoo – auch ohne Reptilien“ war der Titel in diesem Jahr. Migration lautete das Schlüsselwort seines Vortrags. Zum Einstieg benannte er verschiedene Risiken von Software, zum Beispiel, wenn ein Anbieter seine Software vom Markt nimmt. Das war der Grund für die Transformation der Zielarchitektur, die auf zwei Hersteller setzt, die „beide Welten abdecken“, wie Adamitzki die neue Risikoabsicherung bezeichnete. Er erwähnte auch die Schwierigkeiten auf dem Weg zur letztlich erfolgreichen Migration. „Der Datenstrom war für uns echt schwierig“, sagte er und nannte verschiedene kleine aber wichtige Details, die es bei einer Transformation zu beachten gilt. Letztlich bilanzierte er: „Digitalisierung bringt viele neue Funktionen und Output, Input sowie Archiv sind nicht mehr zu trennen.“

Dr. Arthur Brack, Geschäftsführer der SET GmbH, sprach über ChatGPT & Co in der Kundenkommunikation. Der Experte stellte die Fähigkeiten und das Potential von Sprachmodellen am Beispiel von ChatGPT vor (sehr vielfältig, groß und weitreichend) und übertrug diese Erkenntnisse in die Kundenkommunikation. Da sich die Modelle durch autonomes Lernen weiterentwickeln, können sie entsprechend trainiert werden. Brack zeigte verschiedene Möglichkeiten auf, wie die Kundenkommunikation auf Sprachmodelle übertragen werden kann. Dabei bestehen durchaus Probleme und Risiken durch deren Einsatz. So werden „toxische“ Inhalte ungeprüft verwendet, weil das System relativ leicht überlistet werden kann und beispielsweise rassistische Inhalte übernimmt. Somit lautet das Fazit von Dr. Arthur Brack: „Ja, die Kundenkommunikation kann mit Sprachmodellen automatisiert werden, dabei gilt es aber, die Probleme und Risiken zu berücksichtigen.“

„Dezentral und Regional – ein Erfolgsmodell“ war der Titel des Vortrags von Thomas Peller (Allianz Technology SE), Michael Lampe (Commerzbank) und Hardy Klödy (Atruvia). Die Commerzbank hatte das Projekt aufgesetzt, um eine Lösung für den dezentralen Druck in Deutschland mit Fokus auf Nachhaltigkeit in Bezug auf Ökologie und Ökonomie zu finden. Dabei spielten eine Reihe von fachlichen Anforderungen eine wichtige Rolle. Letztlich haben sich die drei oben erwähnten Partner zu diesem Projekt zusammengeschlossen. Pelle, Lampe und Klödy stellten die einzelnen Prozessphasen, Meilensteine, organisatorischen Strukturen und das Auftrags-Monitoring vor. Die dezentrale Dokumentenproduktion ist jetzt verteilt auf fünf Druckzentren, das physische Dokument wird nur auf kurzen Strecken zum Empfänger transportiert. Die Commerzbank als Auftraggeber ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Es läuft rund und wir verzeichnen eine erhebliche Verbesserung unserer Abläufe“, sagte Michael Lampe.

Das Thema „Moderner aufgeklärter Traditionalismus am Beispiel eines 100-jährigen Familienunternehmens“ ist für Michael Wegener von AWA Couvert wie auf den Leib geschneidert. Seine Zeitreise in die Historie des Familienunternehmens war geprägt von persönlichen Einblicken.Wegener erwähnte dabei die besondere Innovationsfreude und einige Attribute, die mit Awa Couvert in Verbindung gebracht werden: Bodenständig, empathisch, verantwortungsbewusst, wertschätzend. „Wir haben uns eigentlich immer das Schwierigste gesucht“, sagte er mit Blick auf die Herausforderungen, die in der Firmenhistorie gemeistert wurden.

Wegener betonte die Bedeutung von „vollstes Vertrauen“, der Bereitschaft „es besser zu machen“ und der Tatsache, dass viel Herzblut in das Unternehmen geflossen ist. Wie immer authentisch und mit einer Prise Humor ließ er das Auditorium an der Unternehmensgeschichte teilhaben. DOXNET gratuliert zum 100-jährigen Jubiläum.

Jürgen Hausl von der HDI AG sprach über „Nachhaltigkeit = Effizienzsteigerung. Neue Wege im Versicherungsoutput“. Gleich zum Einstieg gab er zu bedenken: „Wir sind in einem Verdrängungswettkampf. Der Kunde sagt uns, wie er seine Dokumente haben will.“ Er beschrieb verschiedene Wege, die beschritten wurden, um nachhaltiger zu werden: Zum Beispiel die deutliche Reduzierung der physischen Beilagen auf zwei. Restliche Beilagen werden mit Dokumenten mitgedruckt. Insgesamt ging es auf diesem Weg um die Konzentration auf Kernkompetenz und Optimierung der Prozesse. Hier nannte er beispielhaft die Vermeidung von Ressourceneinsatz und die Zustellbarkeitsprüfung durch die Deutsche Post. Mit Blick in die Zukunft sagte er: „KI wird immer präsenter, entsprechend sollte man die Mitarbeiter jetzt darauf vorbereiten.“

Um „Unleashing the Power of Platforms“ ging es im Vortrag von Dr. Michael Wojatzki von IBM Deutschland. Dabei zeigte der Experte strategische Ansätze für Outputmanagement, Druck und Dokumentenverwaltung im Plattformzeitalter auf. Seine Ausführungen gingen sehr in die Tiefe und brachten den Zuhörern einen enormen Erkenntnisgewinn.

„Outputprozesse im Massengeschäft in der Cloud, geht das?“. Dieser Frage gingen Manuel Jung und Ulrich Schäck (Allianz Technology SE) nach. In den Mittelpunkt stellten die Referenten die Orchestrierung von Output-Aufträgen. Ausgangspunkt war die Vorgabe an das Outputmanagement: Der Großrechner wird zum No-Go. Die nächste Frage lautete: Nun also Cloud, aber wie? Nach Analyse der Auftragsgestaltung teilt der Auftraggeber nun schon am Anfang des Prozesses mit, welchen Weg der Versandauftrag gehen soll. Damit stehen alle Komponenten bereits vor dem ersten Schritt fest.

Die technische Architektur muss dabei viele Anforderungen erfüllen, wie hohe Verfügbarkeit, Prozesstransparenz, Betreibbarkeit und Nachvollziehbarkeit. Jung und Schäck stellten die Migrationsstrategie vor, erwähnten Herausforderungen und Stolpersteine (z. B. E-Mail-Reputation durch Masse oder Datenbankprobleme im Jahresendgeschäft 2021) und zogen schließlich Bilanz jetzt zu einem Zeitpunkt, zu dem schon vieles, aber nicht alles über die Cloud läuft. Bis ins Jahr 2025 sind weitere Optimierungen geplant. Der Blick zurück zeigt: Von 1 Mio. (Jahr 2020) auf 16 Mio. (2021) bis auf 42 Mio. Sendungen (2022) laufen über die Cloud, was einen Anteil von 25 Prozent des Gesamtvolumens ausmacht. Die Antwort auf die Eingangsfrage lautet also „Ja“, wobei die Umstellung aber kein Selbstläufer ist.

Schon diese nur kleine Auswahl aus den insgesamt fast 30 Vorträgen (inklusive der beiden Keynotes) zeigt das große Themenspektrum des inhaltlichen Programms der Jahreskonferenz. Diese Einblicke in interne Abläufe und Prozesse bei Unternehmen dürfte einzigartig sein und bietet allen Führungskräften erstklassige Best Practice-Beispiele und die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

Quelle: www.doxnet.de

Pressemitteilung veröffentlicht am 10.07.2023 in News (In- und Ausland).
Schlagwörter: