Deutsche Post DHL Group: Q2 EBIT im Rahmen der Erwartungen

– Konzernumsatz im zweiten Quartal auf über 15 Milliarden Euro verbessert; organischer Zuwachs von 6,2 Prozent  
– Profitabilität der DHL-Divisionen deutlich gesteigert; Programm zur Verbesserung der Entwicklung bei Post – eCommerce – Parcel eingeleitet
– Operatives Ergebnis mit 747 Millionen Euro wie erwartet unter Vorjahr
– Angepasste Jahresziele 2018 und Prognose für 2020 bestätigt
– CEO Frank Appel: „Wir kennen unsere Herausforderungen und setzen die erforderlichen Maßnahmen um“

Der weltweit führende Post- und Logistikkonzern Deutsche Post DHL Group hat seinen Umsatz im zweiten Quartal 2018 um 1,4 Prozent auf über 15 Milliarden Euro gesteigert. Auf vergleichbarer Basis, das heißt um Wechselkurseffekte und Portfolioveränderungen bereinigt, kletterten die Erlöse sogar um 6,2 Prozent. Dazu haben vor allem deutliche Zuwächse bei DHL Express und Global Forwarding, Freight beigetragen. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 747 Millionen Euro und lag damit 11,2 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahresquartals. Während die DHL-Divisionen zum Teil deutliche EBIT-Steigerungen verzeichneten, ging das Ergebnis im Unternehmensbereich Post – eCommerce – Parcel (PeP) wie erwartet zurück, vor allem wegen höherer Personal- und Transportkosten. Wie Anfang Juni berichtet, hat der Konzern dort umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Produktivität zu erhöhen und die Kostensituation zu verbessern. Dies hat im zweiten Quartal bereits zu verstärkten Aufwendungen und ersten Rückstellungen geführt.

„Die Zahlen des zweiten Quartals liegen im Rahmen der Erwartungen: Unsere drei DHL Divisionen Express, Global Forwarding, Freight und Supply Chain haben sich gut entwickelt. Im Unternehmensbereich Post – eCommerce – Parcel kennen wir unsere Herausforderungen und setzen die Maßnahmen zur Ausrichtung auf nachhaltig profitables Wachstum um“, sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL Group. „Wir sind zuversichtlich, unsere Ergebnisziele für 2020 zu erreichen.“

Unter dem Strich erwirtschaftete Deutsche Post DHL Group im zweiten Quartal 2018 einen Konzerngewinn nach nicht beherrschenden Anteilen von 516 Millionen Euro (2017: 602 Millionen Euro). Der Rückgang ist vor allem auf das niedrigere EBIT im Bereich PeP zurückzuführen. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug entsprechend 0,42 Euro (2017: 0,50 Euro).

Angepasste Ergebnisprognose für 2018 und Ausblick für 2020 bestätigt

Bis zum Geschäftsjahr 2020 plant Deutsche Post DHL Group unverändert, das operative Ergebnis auf mehr als 5 Milliarden Euro zu steigern. Dazu sollen der Bereich PeP rund 1,7 Milliarden Euro und die DHL-Divisionen rund 3,7 Milliarden Euro beitragen. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen bei PeP hatte der Konzern seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr im Juni 2018 angepasst. So rechnet das Unternehmen im Gesamtjahr 2018 mit einem EBIT in Höhe von rund 3,2 Milliarden Euro. Der Bereich PeP soll dazu rund 0,6 Milliarden Euro beitragen. Für die DHL-Divisionen wird unverändert ein Ergebnis von rund 3,0 Milliarden Euro erwartet. Das Ergebnis der Corporate Functions wird einschließlich der dort zugeordneten Aktivitäten des Vorstandsbereichs Corporate Incubations insgesamt bei -0,42 Milliarden Euro erwartet.

Investitionen und Cashflow: Weiterhin hohe Investitionen in nachhaltiges Wachstum

Deutsche Post DHL Group hat auch im zweiten Quartal mit gezielten Investitionen die Basis für nachhaltig profitables Wachstum weiter gestärkt. Von April bis Juni investierte der Konzern über alle vier Unternehmensbereiche hinweg 549 Millionen Euro (2017: 349 Millionen Euro). Schwerpunkte waren unter anderem die bereits angekündigte Erneuerung der Flugzeugflotte bei DHL Express, der Ausbau der nationalen und internationalen Paketinfrastruktur und die Ausweitung der StreetScooter-Produktion. Für das Gesamtjahr plant der Konzern, das Investitionsvolumen auf rund 2,5 Milliarden Euro zu steigern (2017: 2,3 Milliarden Euro). Darüber hinaus wird der Konzern in 2018, wie schon im Mai angekündigt, rund 200 Millionen Euro für die fremdkapitalfinanzierte Erneuerung der Interkontinentalflotte von Express verbuchen. Im Juni hatte Deutsche Post DHL Group den Kauf von 14 neuen Boeing 777 Frachtflugzeugen beschlossen.

Aufgrund der weiterhin hohen Investitionen in wachstumsstarke Bereiche verringerte sich der Free Cashflow auf 288 Millionen Euro nach 385 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der operative Cashflow entwickelte sich vor allem aufgrund der Umstellung auf den neuen Bilanzierungsstandard IFRS 16 stark und lag im zweiten Quartal 2018 bei 1,4 Milliarden Euro (2017: 726 Millionen Euro).

PeP: Weiterhin deutliches Umsatzwachstum, Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität gestartet

Der Bereich Post – eCommerce – Parcel verbuchte im zweiten Quartal 2018 einen Umsatz in Höhe von 4,4 Milliarden Euro und damit ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Organisch lag das Umsatzwachstum bei 4,1 Prozent. Zu dieser positiven Entwicklung trugen vor allem Erlössteigerungen im Geschäftsfeld eCommerce – Parcel bei.

So stiegen die Umsätze im Bereich Parcel Germany um 9,3 Prozent, bei Parcel Europe um 13,3 Prozent und bei eCommerce um 7,6 Prozent. In dieser Entwicklung zeigt sich erneut die starke Positionierung des Konzerns als Markt- und Innovationsführer im dynamisch wachsenden E-Commerce-Markt.

Im Geschäftsfeld Post lag der Umsatz mit 2,3 Milliarden Euro um 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dies ist vor allem auf die anhaltenden strukturell bedingten Volumenrückgänge im Briefgeschäft zurückzuführen.

Das operative Ergebnis des Unternehmensbereichs PeP betrug im zweiten Quartal 108 Millionen Euro nach 260 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Diese Entwicklung ist weiterhin vor allem auf höhere Transport- und Personalkosten zurückzuführen. Um dem entgegenzuwirken und das für die kommenden Jahre geplante EBIT-Wachstum zu sichern, hat der Konzern im Juni eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Diese zielen vor allem auf eine Verbesserung der Produktivität, eine Senkung der indirekten Kosten sowie ein aktives Ertragsmanagement im Post- und Paketgeschäft. Im Zuge dessen hat der Konzern auch ein Vorruhestandsprogramm für verbeamtete Postbeschäftigte in indirekten Funktionen aufgelegt. Im Wesentlichen hierfür plant der Konzern in 2018 Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 500 Millionen Euro. 51 Millionen Euro davon entfielen auf das zweite Quartal. Darüber hinaus hat Deutsche Post DHL Group bereits 10 Millionen Euro der angekündigten jährlichen Investitionen in Höhe von 150 Millionen Euro eingesetzt, um die Produktivität zu verbessern.

Frank Appel: „Der boomende Online-Handel ist und bleibt der Wachstumstreiber Nummer 1 für unser deutsches und internationales Paketgeschäft – hier sehen wir weiterhin enormes Potential für künftiges profitables Wachstum. Im umkämpften deutschen Paketmarkt haben wir in den letzten Jahren hart daran gearbeitet, unsere führende Marktposition auszubauen. Wir werden nun, in der nächsten Phase der Marktentwicklung, unsere Preise und Kosten sowohl im Post- als auch im Paketbereich stärker in den Blick nehmen, um die Volumenentwicklung in kontinuierlich steigende Erträge zu überführen.“

Express: Erfolgsgeschichte setzt sich mit Rekord-Marge fort

Der Unternehmensbereich Express hat auch im zweiten Quartal seine seit Jahren anhaltende positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung fortgesetzt. Die Erlöse lagen mit 4,0 Milliarden Euro um 7,9 Prozent über dem Vorjahreswert, auf organischer Basis sogar um 12,1 Prozent. Haupttreiber dieser positiven Entwicklung war einmal mehr das Geschäft mit zeitgenauen internationalen Sendungen (TDI): Hier stieg das Volumen pro Tag im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Prozent.

Durch das anhaltende Volumenwachstum kann die Division ihre einzigartige globale Express-Infrastruktur noch effizienter auslasten. In Verbindung mit einem strikten Ertragsmanagement und kontinuierlichen Verbesserungen des Netzwerks konnte der Unternehmensbereich das operative Ergebnis um 10,2 Prozent auf 517 Millionen Euro verbessern. Die operative Marge verbesserte sich auf den neuen Rekordwert von 12,8 Prozent (2017: 12,5 Prozent)

Global Forwarding, Freight: Erneut deutliche Verbesserung der Profitabilität

Der Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight konnte im zweiten Quartal an den positiven Trend der Vorquartale anknüpfen. Trotz des selektiveren Ansatzes im Hinblick auf die Profitabilität einzelner Verträge stieg der Umsatz der Division um 2,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Um negative Währungseffekte bereinigt verbesserten sich die Erlöse sogar um deutliche 6,0 Prozent.

Gleichzeitig ist es der Division noch besser als im ersten Quartal gelungen, gestiegene Frachtraten am Markt an ihre Kunden weiterzugeben. Zugleich greifen die eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Kosteneffizienz. Das operative Ergebnis von Global Forwarding, Freight stieg entsprechend deutlich um 56,7 Prozent auf 105 Millionen Euro.

Supply Chain: EBIT-Marge im für 2020 angestrebten Korridor

Der Unternehmensbereich Supply Chain erlöste im zweiten Quartal 3,2 Milliarden Euro (2017: 3,5 Milliarden Euro). Der Umsatzrückgang ist neben negativen Währungseffekten insbesondere auf Portfolioeffekte wie den Verkauf der britischen Tochtergesellschaft Williams Lea Tag im vierten Quartal 2017 zurückzuführen. Um diese Faktoren bereinigt, stiegen die Erlöse der Division um 2,7 Prozent. Das Neugeschäft entwickelte sich weiterhin positiv: DHL Supply Chain hat im zweiten Quartal zusätzliche Verträge mit Neu- und Bestandskunden mit einem Gesamtvolumen von 283 Millionen Euro abgeschlossen.

Das operative Ergebnis stieg um 3,2 Prozent auf 128 Millionen Euro. Mit 4,0 Prozent lag die EBIT-Marge im zweiten Quartal im avisierten Korridor: Ziel des Optimierungsprogramms bei Supply Chain ist es, durch Standardisierung, höhere Effizienz und die bessere Nutzung von Skaleneffekten im globalen Geschäft die operative Marge bis 2020 auf 4 bis 5 Prozent zu steigern.

Erstes Halbjahr: organischer Umsatzanstieg um 6,3 Prozent

Im ersten Halbjahr 2018 lag der Konzernumsatz mit 29,8 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau (2017: 29,7 Milliarden Euro). Um negative Währungseffekte, den Verkauf von Williams Lea Tag und kleinere Portfolioeffekte bereinigt stieg der Umsatz um 6,3 Prozent. Zu dem organischen Anstieg haben alle vier Unternehmensbereiche beigetragen. Das operative Ergebnis sank vor allem aufgrund der höheren Kosten und Investitionen bei Post – eCommerce – Parcel um 4,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn nach nicht beherrschenden Anteilen sank in den ersten sechs Monaten um 9,6 Prozent  auf 1,1 Milliarden Euro (2017: 1,2 Milliarden Euro). Dabei haben höhere Zinsen für Leasingverbindlichkeiten das Finanzergebnis belastet. Analog dazu ging  das unverwässerte Ergebnis je Aktie auf 0,91 Euro zurück (2017: 1,02 Euro).

Quelle: www.dpdhl.de

Pressemitteilung veröffentlicht am 07.08.2018 in Briefdienste, News (In- und Ausland), Paketdienste / Expressdienste, Unternehmen: Intern.
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