KI optimiert die innerbetrieblichen MaterialflüsseLogiMAT 2026 in Stuttgart
Methoden und Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI) bilden die Basis für effiziente Prozesse in der Intralogistik. In allen Branchensegmenten präsentieren die internationalen Aussteller auf der LogiMAT 2026 Neuheiten mit integrierten KI-Anwendungen und KI-Methoden. Dabei generieren KI-gestützte Lösungen durch ganzheitliches Verständnis von Geschäftsprozessen und Daten in allen Prozessschritten maximalen Mehrwert.
Bei Investitionen in Innovationen zur digitalen Transformation sind Methoden und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) inzwischen unumgänglich. Doch vielerorts, so eine aktuelle Studie von Beratungsunternehmen IDC und IT-Entwickler SAS, fehlen in vielen Unternehmen die nötigen IT-Strukturen, um KI-Vorteile effektiv zu nutzen. Infolge, so die Studie, stehe das Vertrauen in KI „auf wackeligen Füßen, weil mangelnde Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen fehlen“. Optionen dies zu ändern, stellen die internationalen Aussteller auf der LogiMAT 2026 vor. „Automatisierung und KI sind längst keine Trends mehr, sondern entscheidende Erfolgsfaktoren“, urteilt LogiMAT-Messeleiter Michael Ruchty vom Münchener Veranstalter EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH. „Insbesondere, wenn sie nicht isoliert eingesetzt wird, ist KI die Basis für effiziente Prozesse. Mit ihren jüngsten Produktentwicklungen präsentieren die LogiMAT-Aussteller aller Branchensegmente Neuheiten, die mit bereits integrierten KI-Anwendungen und KI-Methoden auf durchgängige KI-Unterstützung sowie Optimierung aller Arbeitsbereiche und Geschäftsprozesse der Intralogistik ausgelegt sind und größten Mehrwert bieten.“
Das betrifft per se zunächst insbesondere die in Halle 4 auf dem Stuttgarter Messegelände gezeigten Neuentwicklungen im Software-Bereich. Mit dem Ziel, KI-gestützte Prozesse schneller umzusetzen, technische Abhängigkeiten zu reduzieren und Automatisierung breiter nutzbar zu machen, stellt etwa WMS-Anbieter Logistics Reply (Halle 4, Stand 4B52) „GaliLEA Dynamic Intelligence“ vor. Die neue Technologie soll die Erstellung und den Einsatz von KI-Agenten vereinfachen. Über eine visuelle Oberfläche lassen sich die Agenten konfigurieren, die Daten aus unterschiedlichen Quellen auslesen, externe Systeme anbinden, Anomalien erkennen und operative Entscheidungen in Echtzeit unterstützen. KI-Anwendungen für bessere Entscheidungen entlang der Wertschöpfungskette zeigt mit dem neuen KI-basierten Forecast-Service „Demand AI“ auch die Inform GmbH (Halle 4, Stand D61). Die cloudbasierte Lösung erstellt kontinuierliche Forecasts für Produkte mit Verkaufshistorie, liefert belastbare Erstbedarfsprognosen für neue Artikel und soll sich ohne aufwendige Softwareeinführung in bestehende Planungsprozesse integrieren lassen. Die Ergebnisse werden an bestehende ERP- und Planungssysteme übergeben und sollen fundierte, schnellere Entscheidungen in Beschaffung und Supply Chain Planung ermöglichen. Die PSI Software SE (Stand 4D41, Halle 4) kommt unter anderem mit der Weiterentwicklungen für die letztjährig prämierte KI-Plattform „PSIwms AI“ nach Stuttgart. Das in den PSIwms-Standard integrierte Modul Batch AI soll einstufige und zweistufige Kommissionierstrategien mit regel- und KI-gestützter Batch-Bildung optimieren. Das reduziert Laufwege, steigert die Picking-Performance und senke die Prozesskosten. KI-gestützt werden zudem kontextbezogene Informationen direkt im Arbeitsfluss bereitgestellt.
KI-Anwendungen für innerbetriebliche Transporte
Neben automatisierten Bedarfs- und Absatzprognosen sowie effizienter Auftragsabwicklung sorgen neue Ansätze für KI-Anwendungen für weitere Optimierungen auch im Bereich der Planung und Steuerung innerbetrieblicher Transporte mit Transport Management Systemen (TMS). So zeigt die Schweizer Brabender Solutions GmbH (Halle 4, Stand 4F15) ihr TMS unter anderem mit KI-gestützten Rückmeldungen sowie KI-basierter Dokumentenextraktion für interne Prozesse und das integrierte Dokumenten-Management-System (DocKI). Die Flexus AG (Halle 4, Stand 4B31) hat mit „FlexGuide4“ KI und digitale Zwillinge in die Transportsteuerung von Staplern, Routenzügen und autonomen Fahrzeugen integriert, um Prozesse effizient, sicher und flexibel zu gestalten. Mit der proaktiven Prozesssteuerung sollen sich Abläufe simulieren sowie Engpässe sich frühzeitig erkennen und vermeiden lassen. Die cloudbasierte Tourenplanungssoftware der Pass Logistics Solutions AG (Halle 4, Stand D53) vernetzt mithilfe von KI Planer, Fahrer und Endkunden und soll Routen speziell auch für den wirtschaftlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen berechnen können.
Inzwischen hat KI Eingang auch in die direkte Unterstützung der operativen Prozesse etwa in der Anlagen- und Fördertechnik gefunden. Mit KI-basierter, selbstlernender Software bindet etwa die Robot-Picking-Lösung „eOperator“ von Element Logic (Halle1, Stand 1H21) vollautomatisierte, roboterbasierte Stückkommissionierung in AutoStore-Lösungen ein. Die advasolutions SE (Halle 3 / Stand 3C79) proklamiert mit einer adaptiven End-to-End-Automatisierung der Intralogistik das selbstlernende Lager. Dabei sollen neue KI-basierte Funktionen wie Qualitätskontrolle und Routenplanung den Wareneingang, die Lagerung, die Kommissionierung und den Versand steuerungstechnisch nahtlos miteinander verbinden. Das KI-basierte Zusammenspiel aus autonomen Shuttles, einem anpassbaren Regalsystem und flexibel konfigurierbaren advaShelves soll es ermöglichen, Artikel unterschiedlichster Größen, Formen und Verpackungen effizient zu transportieren, zu lagern und dynamisch zu bewegen. Und mit „Knapp Brain“ zeigt die Knapp AG (Halle 3, Stand 3B01/3B03 & Halle 8, Stand 8A45) die nach Unternehmensangaben „erste KI-Plattform für intelligente Wertschöpfungsketten“. Sie bündelt von der Prognose über ein optimiertes Order Fulfillment bis hin zur Last Mile alle KI-gestützten Lösungen, um durch ganzheitliches Verständnis von Geschäftsprozessen und Daten in allen Prozessschritten maximalen Mehrwert zu generieren. Rückgrat für die operative Steuerung, Analyse und Integration, die alle Ebenen der Intralogistik abdecken soll, bildet dabei die Software-Suite KiSoft Solution. Diese verbindet dabei Lager, Transport und Zustellung in Echtzeit. Sie berechnet dynamisch Zustellzeitfenster, optimiert Touren und berücksichtigt dabei Faktoren wie Ladevolumen, Verkehrslage und Kundenpräferenzen.
Niedrigschwelliger Einsatz von KI in der Intralogistik
KI-Algorithmen prägen vielfach auch die neuen Lösungen im AutoID-Segment. So kommt die Keyence Deutschland GmbH (Halle 1, Stand 1C14) unter anderem mit einem stationären Codeleser für Identifikation in automatisierten Sortier- und Kommissionier-Systemen. Der integrierte KI-Algorithmus soll es ermöglichen, auch schwierigste Codes in anspruchsvollen Situationen erfassen zu können. Imago Technologies (Halle 2, Stand 2A30) demonstriert auf der LogiMAT in praxisnahen Szenarien, wie KI in der Intralogistik niedrigschwellig eingesetzt werden kann und klassische Prüfkonzepte sinnvoll ergänzt. Etwa mit KI-basierten Vision-Lösungen, die Sollabweichungen in den Intralogistikprozessen frühzeitig erkennen, bevor sie zu Stillständen oder Qualitätsproblemen führen. Die Kombination aus kontinuierlicher Bildaufnahme und intelligenter, KI-gestützter Analyse ermöglicht dabei eine vorausschauende Bewertung von Prozessen und unterstützt Instandhaltung, Optimierung und Ursachenanalyse. Ein weiterer Anwendungsbereich zielt auf KI-gestützte Behälter- und Ladungsträgerkontrolle.
Im Bereich der Flurförderzeuge und Fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) unterstützen KI-Anwendungen neben der Transportplanung und -steuerung unter anderem verschiedene Sicherheits- und Analyseaspekte. So stellt Continua Systems (Halle 8, Stand 8D81) die datenbasierte Analyseplattform „Automation Insights“ für hochautomatisierte FTS-Umgebungen vor. KI-gestützte Analysefunktionen, die Muster und Trends in den Daten erkennen und potenzielle Ausfälle frühzeitig vorhersagen, sollen die Transparenz in der automatisierten Intralogistik steigern und ungeplante Stillstände reduzieren.
„Die genannten Beispiele zeigen: KI ist kein Hexenwerk“, resümiert LogiMAT-Messleiter Ruchty. „Sie optimiert vielmehr auf den unterschiedlichsten Prozessebenen die innerbetrieblichen Materialflüsse. Vielfach kommt dabei das diesjährige Messemotto ‚Passion for Details‘ zum Tragen. Die KI-basierten Details machen mit der durchgängigen Betrachtung und Analyse von Daten sowie bei der Unterstützung effizienter Prozesse oft den kleinen aber bedeutenden Unterschied aus und erschließen so Wettbewerbsvorteile und einen maximalen Mehrwert.“
Quelle: www.logimat-messe.de
Schlagwörter: Logimat




