Österreichische Post Q1 2020

Umsatz im Plus, Ergebnis mit Sondereffekten im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten

UMSATZ

  • Umsatzanstieg um 2,1 % auf 502,9 Mio EUR
  • Gutes Paketwachstum (+23,8 %) kompensiert Brief & Werberückgang (–4,6 %)

ERGEBNIS MIT SONDEREFFEKTEN

  • Reduziertes Konzern-EBIT von 33,3 Mio EUR durch COVID-19 Effekte und Anlaufkosten bank99
  • Brief & Werbepost von COVID-19 Pandemie betroffen, EBIT um 15,8 % reduziert
  • Paket & Logistik mit Ergebnisanstieg (+28,6 %) bei hoher Kostenbelastung
  • Filiale & Bank durch Anlaufkosten bank99 mit negativem Ergebnis von 16,4 Mio EUR
  • COVID-19 bedingte Mehrkosten zur Aufrechterhaltung des Universaldienstes

CASHFLOW UND BILANZ

  • Operativer Free Cashflow von 60,4 Mio EUR auf Niveau des Vorjahres
  • Bilanzsumme von 2.229,2 Mio EUR erhöht (+9,1 %), Eigenkapitalquote von 32,5 % durch Bilanzverlängerung reduziert

AUSBLICK 2020 NICHT EXAKT ABSCHÄTZBAR

  • Mit Umsatzeinbußen im Brief- und Werbebereich wird – abhängig von der Dauer und den Folgewirkungen der COVID-19 Pandemie – gerechnet
  • Anstieg im Paketumsatz bei hoher Kostenbelastung
  • Kontinuierlicher Hochlauf der bank99 vorgesehen
  • Ergebnis 2020 ist abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Jahresverlauf
  • Ergebisverbesserung 2021 in allen Divisionen angepeilt

PRIORITÄTEN 2020 NEU DEFINIERT
Das erste Quartal 2020 stellte die Österreichische Post vor große Herausforderungen. Die COVID-19 Pandemie und deren negative wirtschaftliche Auswirkungen haben die Prioritäten des Unternehmens neu festgelegt. Trotz deutlich erschwerter Rahmenbedingungen gelingt es der Österreichischen Post, dank dem Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Tag für Tag die gerade in dieser Zeit so wichtigen Postdienstleistungen in entsprechender Qualität zu erbringen. Der aktuelle Fokus des Unternehmens liegt darauf, den Dreiklang aus Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Aufrechterhaltung der Serviceleistungen des Unternehmens – als Teil der kritischen Infrastruktur des Landes – und die Minimierung des wirtschaftlichen Schadens sicherzustellen. Als systemrelevantes Unternehmen in Österreich übernimmt die Österreichische Post diese Verantwortung gerne, obwohl sich zeigt, dass diverse Versorgungspflichten nicht kostendeckend zu erfüllen sind bzw. auch Mehrkosten aus Verordnungen und Krisenmaßnahmen entstehen.

„Als erstes Resümee kann festgehalten werden, dass die Sicherheit und Gesundheit der Belegschaft sowie die Leistungsfähigkeit des Logistiknetzwerks bislang gut aufrechterhalten werden konnte“, so Generaldirektor DI Dr. Georg Pölzl. Die bereits prognostizierten geschäftlichen Auswirkungen – insbesondere in der Werbepost – sind ebenfalls erkennbar.

Q1 2020 DURCH SONDEREFFEKTE BEEINTRÄCHTIGT ABER IM RAHMEN DER AKTUELLEN MÖGLICHKEITEN
„Die Zahlen des ersten Quartals 2020 verdeutlichen die aktuellen schwierigen Rahmenbedingungen“ so Pölzl weiter. „Bei steigenden Umsätzen von 2,1 % wurde ein niedrigeres Ergebnis erzielt.“ Dies aufgrund von zwei Herausforderungen: dem Aufbau einer neuen Bank sowie den negativen Auswirkungen von COVID-19. Die Pandemie zeigt sich in reduzierten Mengenströmen des Brief- und Werbegeschäfts als auch in Zusatzkosten zur Aufrechterhaltung eines zuverlässigen Universaldienstes. Unter den erwähnten Vorzeichen ist das erste Quartal 2020 im Rahmen der aktuellen Erwartungen verlaufen.

Zur Umsatz- und Ergebnisdarstellung ist anzumerken, dass die Österreichische Post die Transparenz erhöht hat und ab nun Kennzahlen in drei operativen Divisionen ausgewiesen werden. Neben der Division Brief & Werbepost sowie der Division Paket & Logistik ist dies die neue Division Filiale & Bank, in der die bank99 mit Anfang April 2020 gestartet ist.

Die Umsatzerlöse des Österreichischen Post Konzerns verbesserten sich im ersten Quartal 2020 um 2,1 % auf 502,9 Mio EUR gegenüber der Vorjahresperiode. Dabei konnte das dynamisch wachsende Paketgeschäft mit einem Anstieg von 23,8 % die Rückgänge in der Briefdivision von 4,6 % sowie in der Division Filiale & Bank (–39,4 %) kompensieren. Das Konzernergebnis (EBIT) reduzierte sich von 57,4 Mio EUR im ersten Quartal 2019 auf 33,3 Mio EUR in der aktuellen Berichtsperiode. Der auf den ersten Blick starke Rückgang ist auf zwei Sondereffekte zurückzuführen: Im ersten Quartal zeigen sich die Initial- und Anlaufkosten der bank99 deutlich, da erst ab dem zweiten Quartal entsprechende Umsätze aus Finanzdienstleistungen anfallen werden. Darüber hinaus sind COVID-19 bedingte Sondereffekte in allen operativen Divisionen spürbar.

In der Division Brief & Werbepost zeigten sich die erwarteten Rückgänge mit einem reduzierten Umsatz von 4,6 %. Dies ist einerseits auf eine erhöhte elektronische Substitution von klassischen Briefen zurückzuführen, ohne gegenläufige Preiseffekte verzeichnen zu können. Andererseits auch auf den Entfall von Werbesendungen als direkte Auswirkung der COVID-19 bedingten behördlich angeordneten Geschäftsschließungen seit Mitte März 2020. Etwa 50 % der Werbesendungen sind betroffen, die Umsatzeinbußen lagen bislang in der Größenordnung von etwa 4 Mio EUR pro Woche. Das EBIT reduzierte sich daher im ersten Quartal von 55,7 Mio EUR auf 46,9 Mio EUR.

In der Division Paket & Logistik erfolgte ein Umsatzanstieg von 23,8 %, getragen von einem weiterhin positiven organischen Wachstum durch Online-Bestellungen sowie Mehrmengen aufgrund der Kooperation mit der Deutsche Post DHL Group seit August des Vorjahres. Die Mengenentwicklung im Paketbereich liegt leicht über den ursprünglichen Annahmen, mit positiven Impulsen bei Privatkunden-Paketen (B2C) und negativen Effekten bei Geschäftskunden-Paketen (B2B). Das EBIT der Division verbesserte sich um 28,6 % auf 8,7 Mio EUR.

Die neu ausgewiesene Division Filiale & Bank beinhaltet Filialdienstleistungen wie Handelswaren und Filialprodukte, die über das Filialnetz der Österreichischen Post vertrieben werden, sowie die Umsatz- und Ergebnisbeiträge der neuen Tochtergesellschaft bank99, die fokussierte Finanzdienstleistungen anbietet. Der Umsatzrückgang von 39,4 % im ersten Quartal 2020 ist darauf zurückzuführen, dass das Finanzdienstleistungsangebot der bank99 erst mit 1. April 2020 gestartet wurde, während im ersten Quartal des Vorjahres noch 9,4 Mio EUR Servicevergütungen des ehemaligen Bankpartners inkludiert waren. Das negative Ergebnis im ersten Quartal 2020 von 16,4 Mio EUR beinhaltet darüber hinaus die initialen Kosten zum Aufbau der Infrastruktur der bank99. Der Start ist mittlerweile gut angelaufen, in den ersten Wochen wurden bereits ca. 20.000 Kunden gewonnen. Eine kontinuierliche Ergebnisverbesserung der Division in den nächsten Quartalen wird erwartet.

Eine genaue Umsatz- und Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2020 der Österreichischen Post ist aufgrund der aktuell schwer einschätzbaren wirtschaftlichen Situation in vielen Kundenbranchen derzeit nicht möglich. Die weitere Entwicklung der COVID-19 Pandemie, die daraus resultierenden behördlichen Maßnahmen, aber insbesondere die Art und Weise des wirtschaftlichen Hochlaufs haben einen direkten Einfluss auf den weiteren Geschäftsverlauf 2020.

Das Ziel der Österreichischen Post ist es – trotz der COVID-19 Pandemie – den Umsatz so stabil wie möglich zu halten. Umsatzverluste der hochmargigen Briefdivision können ergebnisseitig durch steigende Paketumsätze nicht wettgemacht werden. Aufgrund der hohen Fixkostenintensität des Logistikgeschäfts hat jeder Umsatzentfall eine direkte Auswirkung auf die Ergebnissituation. Es wird daher zu einem EBIT-Rückgang im laufenden Geschäftsjahr kommen, der auf direkte und indirekte COVID-19 Effekte zurückzuführen ist. Somit ist die Ergebnissituation abhängig von der konjunkturellen Entwicklung im Jahresverlauf und den daraus resultierenden Brief-, Werbe- und Paketvolumen sowie den erzielbaren Umsätzen aus Filial- und Finanzdienstleistungen in den nächsten Quartalen.

Mittelfristig stärkt die solide Bilanz der Österreichischen Post mit einer guten Eigenkapitalquote und hohen liquiden Mitteln die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens. Es werden darüber hinaus alle Investitionen und Maßnahmen intensiv weiterverfolgt, die zu einer Kapazitätserweiterung und zu einer nachhaltigen Effizienzsteigerung beitragen. Wie bereits in den letzten beiden Jahren sind auch 2020 zusätzlich zu den üblichen rund 70 Mio EUR Instandhaltungsinvestitionen (Maintenance CAPEX) auch wieder mehr als 50 Mio EUR an Wachstumsinvestitionen (Growth CAPEX) vorgesehen, um auch weiterhin das qualitativ beste Logistiknetz in Österreich garantieren zu können. Darüber hinaus sind Erweiterungen bzw. Zukäufe von Grundstücken für die Logistikinfrastruktur möglich. Vor dem Hintergrund der steigenden Paketmengen gilt es, die herausragende Marktposition hinsichtlich Qualität und Quantität weiter auszubauen. „Zielgerichtete Investitionen und Maßnahmen sollen zu einer Ergebnisverbesserung in allen Divisionen beitragen und somit auch das Konzernergebnis 2021 wieder steigern“, so Generaldirektor Georg Pölzl.

Der komplette Bericht ist im Internet unter post.at/ir –> Reporting verfügbar.

Quelle: www.post.at

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Pressemitteilung veröffentlicht am 14.05.2020 in Briefdienste, News (In- und Ausland), Paketdienste / Expressdienste, Unternehmen: Intern.
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