DOXNET 2015– Fachkonferenz & Ausstellung: Praxisnahe und informative Fachvorträge bei der DOXNET-Jahreskonferenz

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Experten beleuchten die Gegenwart und wagen einen Blick in die Zukunft: Die Referenten bei der DOXNET-Jahreskonferenz zeigten Entwicklungen im Dokumentenmanagement auf, ordneten Megatrends ein und informierten exklusiv über Arbeitsabläufe in Unternehmen. Die 17. DOXNET-Fachkonferenz & Ausstellung in Baden-Baden präsentierte sich informativer denn je. In über 30 Vorträgen rückten Fachleute eine Vielzahl von Themen in den Fokus. Und: DOXNET ging neue Wege und hat mit den „Education-Workshops“ einen zusätzlichen Mehrwert geboten, der auf große Resonanz stieß (siehe Pressemitteilung „Education-Workshops“).

„Internet killt den Druck“ und Google sagt: „Print ist tot“. Mit zwei aufrüttelnden Thesen begann Bernd Niemela seinen Vortrag, der auch den Untertitel „Der Druck ist tot, es lebe der Druck“ hätte tragen können. „Die Zukunft wird gedruckt“ betitelte Niemela seinen Vortrag, in dem der Geschäftsführer der Deutschen Drucker Verlagsgesellschaft und Chefredakteur des Fachmagazins „Deutscher Drucker“ einen Blick auf die aktuelle Marktsituation warf: Print ist anders als digitale Medien, vor allem unaufdringlicher und auch ökologischer, aufgrund des funktionierenden Recycling-Kreislaufs im Vergleich zu den Müllbergen, der durch Computerschrott entsteht, referierte Niemela. „Print ist einfach, es gibt keine Error-Meldungen“, sagte er und mit verschiedenen Statistiken verdeutlichte Niemela: Es gibt keine Rückgänge in der Branche, Wachstumsraten sind zwar auch nicht zu verzeichnen, aber eine relative Stagnation ist zu erkennen. Die Zahl der Mitarbeiter in der Druckindustrie ist allerdings rückläufig, „was in erster Linie mit enormen Produktivitätssteigerungen zusammenhängt“.

Niemela beschrieb ein verändertes Marktumfeld, in dem Drucker heutzutage mehr bieten müssen. Denn Printprodukte seien attraktiv, effizient, bestens vermarktbar und hätten eine starke Position in der Gesamtkommunikation, angeboten werden müssten aber Dienstleistungen, die den Druck perfekt ergänzen. Der Experte stellte verschiedene Erfolgsgeschichten von Unternehmen vor, die sich weg von der reinen Produktorientierung hin zur Zielorientierung bewegen und die Fragen stellen: Was braucht meine Zielgruppe? Gibt es noch weitere Zielgruppen? Sein Tipp lautete: „Der Blick über den Tellerrand hilft. Besuchen sie Fachmessen, prüfen sie Möglichkeiten von Kooperationen. Gehen sie zu Veranstaltungen von Kunden“, denn: „In Zukunft wird auch weiterhin gedruckt“, ist Niemala überzeugt.

Dr. Andreas Kraushaar referierte über das Thema „Digitaldruck trifft Offset“. Der Abteilungsleiter bei der Fogra Forschungsgesellschaft Druck e.V. beschäftigt sich mit ICC-Farbmanagement, Farbbildverarbeitung und Bildqualitätsbewertung. Kraushaar ging der Frage nach, wie man Farbe und Druckqualität im Digital- und Offsetdruck bewertet und beleuchtete den Prozess-Standard-Digitaldruck (PSD). Er stellte dar, wie man die Bildqualität prozessunabhängig einordnen kann und nannte Kriterien zur Beschreibung der Bildqualität. „Es existieren absolute Kriterien, man muss sich aber auch an einer Farbreferenz orientieren und sich zudem fragen, was der Kunde bereit ist zu akzeptieren“, sagte der Experte. Als absolute Kriterien gelten Homogenität, Detailschärfe sowie Farbe und Artefakte.

Zum Thema Offset versus Digitaldruck sagte Kraushaar, dass moderne Qualitätskriterien auf dem basieren, was der Kunde sieht und nicht, wie es entstanden ist, aber genau das ist in seinen Augen das Entscheidende. Sein Fazit: Digitaldruck trifft und übertrifft Offsetdruck mehr und mehr und Farbe ist ein wesentlicher Teil der Bildqualität. Moderne Methoden der Bildqualitätsmessung erlauben eine fast 100%-Objektivierung des Kundenwunsches. Kraushaar verdeutlichte, wie gut der Digitaldruck dem Offsetdruck bereits Paroli bieten kann.

Um die „Zentralisierung von dezentralem Druckoutput“ ging es im Vortrag von Ulrich Bertram, der sich seit mehr als 20 Jahren mit unternehmenskritischen Fragen der Betriebsorganisation bei der HUK-COBURG beschäftigt. Einer seiner Schwerpunkte ist zentrales und dezentrales Outputmanagement, und in dieser Funktion hat er die Zentralisierung von dezentralem Druckoutput maßgeblich geprägt. Das zentrale Druck- und Versandzentrum biete gegenüber dezentralen Office-Druckern etliche Effizienzvorteile. Ebenso ergeben sich reduzierte Druckstückkosten bei gleichzeitiger Kostenflexibilisierung, und die Realisierung von Portorabatten. Die HUK-COBURG geht den digitalen Weg: „Wir wollen, dass interne Formulare als pdf ausgefüllt werden“, sagte Bertram und erläuterte, dass im Mitarbeiterportal die Möglichkeit besteht, Formulare elektronisch zu verschicken. Bertram sagte auch: „Controlling ist enorm wichtig, um zu wissen, wie viele Dokumente zentral und dezentral gedruckt werden.“ Fakt ist: „Je mehr zentral gedruckt wird, umso höher ist das Einsparpotential.“ Letztlich könne aber nur ein Bündel von Maßnahmen echte Effekte auslösen.

Dr. Rüdiger Schmidt, Geschäftsführer der Bosch-Druck GmbH, sprach über „Marketingerfolg mit Highspeed-Inkjet: Kundendaten, Cases und Lösungen“. Bosch-Druck ist IT- und Print-Dienstleister für individualisierte Offline-Kommunikation in großen Auflagen. Schmidt zeigte auf, dass der Online-Werbemarkt zweistellig wächst, aber auch die Preise für digitale Werbeflächen enorm gestiegen sind. Das Banner-Modell generiere mittlerweile statistisch gesehen 1,2 Klicks pro Views, die Kosten pro Klick liegen bei 50 Euro. Die Akzeptanz der Online-Werbung sinkt, 50 Prozent der Internetnutzer lehnen personalisierte Online-Werbung sogar ab. Schmidt ging auch auf das Online-Retargeting ein und sprach von fehlenden Möglichkeiten der Erfolgskontrolle und der Unsicherheit, ob Anzeigen überhaupt wahrgenommen werden. Bei zu starkem Werbedruck könne außerdem ein Imageschaden entstehen, hinzu kämen die fehlende Transparenz hinsichtlich Kosten und Platzierung.

Schmidt machte klar, dass Highspeed-Inkjet als Offline-Massenmedium erstmalig die Möglichkeit zur vollständigen Individualisierung, großen Verbreitung und Messbarkeit biete. Am Beispiel der Automobilindustrie und des Car Konfigurators zeigte er auf, wie durch diese Möglichkeit eine große Menge an Informationen generiert wird und hochgradig individualisierte Printprodukte Kaufentscheidungen positiv beeinflussen können. Die im Farbdigitaldruck produzierten Follow-up-Mailings bestechen durch Individualität und höchste Qualität. Zum Ende seines Vortrags präsentierte Schmidt plakative Beispiele, wie Unternehmen mit wenigen Informationen über den Kunden speziell zugeschnittene Werbung anbieten können.

Mit dem „Datenschutz in der Cloud“ beschäftigte sich Dr. Karsten Kinast, Gründer und Inhaber der Kanzlei Kinast & Partner. Der Rechtsanwalt und Experte für Datenschutz zeigte auf, wie sicher bzw. unsicher die Cloud ist. „Der Cloud gehört die Zukunft“, da ist sich Kinast sicher. Doch der Datenschutz müsse dementsprechend Beachtung finden: „Alle rennen in die Cloud, viele leider unvorbereitet“, sagte Kinast.

Auch auf die Unterschiede zwischen der Public Cloud (für den Datenschutz die „böse Cloud“) und der Private Cloud ging der Jurist ein. Die Public Cloud ist kostengünstig und hat eine schier unendliche Kapazität, „ist aber auch offen für Jeden und der Anbieter hostet Daten aller Kunden auf derselben Infrastruktur, was aus Sicht der Datenschützer problematisch ist“. Kinast stellte im Rahmen des Cloud Computing Anwendungsfälle aus der Praxis vor: CRM-Software wie z.B. von Salesforce oder Email-Archivierung in der Cloud. „Wenn wir erst ein Mal in der Cloud sind, sind wir darin auch gefangen“, sagte Kinast. Problemfelder gebe es viele: Zum Beispiel, wenn es um die Datenherrschaft wie fehlende Kontrollmöglichkeit geht. Beachtet werden müsse auch: Die Verantwortlichkeit für Daten liegt beim Auftraggeber, außerdem muss das Problem der Drittländer und von Datenzugriffen durch Dritte Ernst genommen werden. Kinasts Fazit: Wer die Cloud nutzt, darf den Datenschutz nicht außer Acht lassen.

Die Hersteller-Vorträge im 1. OG des Kongresshauses komplettierten das vielfältige Themenangebot. Die 17. DOXNET-Jahrestagung ist ihrem Ruf als renommierte Informationsbörse erneut gerecht geworden.

Quelle: www.doxnet.eu

 

Pressemitteilung veröffentlicht am 06.07.2015 in Dies + Das, News (In- und Ausland).
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