Österreichische Post H1 2020

Umsatz stabil, Ergebnis durch Covid-19 belastet

Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr durch COVID-19 beeinträchtigt

  • Umsatzrückgang im Briefgeschäft belastet Ergebnis:
  • Reduzierte Briefpost (-6,7 % bzw. 27,5 Mio EUR) und Entfall von Werbepost (-18,0 % bzw. 33,5 Mio EUR)
  • Negativer COVID-19 Effekt im EBIT in H1 von ca. 45 Mio EUR durch außerordentliche Gesundheitsmaßnahmen, höhere Logistikkosten und Umsatzausfälle

Umsatz trotz COVID-19 stabil

  • Umsatzanstieg H1 um 0,1 % auf 981,9 Mio EUR (Q2 mit -2,0 % auf 479,1 Mio EUR)
  • Gutes Paketwachstum (+30,0 %) kompensiert Brief & Werberückgang (-10,5 %)

Ergebnis mit COVID-19 Effekt und Aufbaukosten bank99

  • EBIT des Logistikgeschäfts (exkl. Division Filiale & Bank) von 76,9 Mio EUR in H1 (-27,4 %)
  • Brief & Werbepost mit Ergebnisrückgang von 30,3 Mio EUR (-29,3 %)
  • Paket & Logistik mit Ergebnisanstieg von 3,3 Mio EUR (+22,1 %)
  • Konzern-EBIT von 48,2 Mio EUR (-55,2 %)
  • Filiale & Bank durch Aufbaukosten bank99 mit Ergebnis von -28,7 Mio EUR

Cashflow und Bilanz

  • Operativer Free Cashflow von 45,3 Mio EUR unter Niveau des Vorjahres
  • Bilanzsumme von 2.157,2 Mio EUR durch Aufbau der bank99 gestiegen (+5,6 %)

Ausblick 2020 mit erster vorsichtiger Prognose

  • Umsatz 2020 weitgehend stabil; Umsatzplus nach Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo erwartet
  • EBIT des Logistikgeschäfts (exkl. Division Filiale & Bank) von zumindest 160 Mio EUR prognostiziert
  • Konzern-EBIT 2020 mit positivem Effekt durch Vollkonsolidierung Aras Kargo und Belastung durch Aufbau bank99
  • Ergebnisverbesserung 2021 in allen Divisionen angepeilt

Das erste Halbjahr 2020 stellte viele Unternehmen weltweit und so auch die Österreichische Post vor große Herausforderungen. Die COVID-19 Pandemie mit den Maßnahmen zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit einerseits und den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen andererseits haben die Prioritäten des Unternehmens bestimmt. Besonders das zweite Quartal 2020 brachte durch die notwendigen Lockdown-Bestimmungen und die wirtschaftlichen Stillstände in einigen Industrien den größten disruptiven Effekt der letzten zehn Jahre.
Trotz deutlich erschwerter Rahmenbedingungen gelang es der Österreichischen Post – dank dem unermüdlichen Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die flächendeckende Versorgung an Brief-, Paket- und Filialdienstleistungen sicherzustellen, auch wenn diverse Versorgungspflichten nicht kostendeckend zu erfüllen waren bzw. Mehrkosten aus Verordnungen und Krisenmaßnahmen entstanden sind. „Als erstes Resümee kann festgehalten werden, dass die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Leistungsfähigkeit des Unternehmens aufrechterhalten werden konnte. Verbunden war dies mit erheblichen Kosten für die Sicherheit der Belegschaft und die außerordentlich hohe Kapazitätsauslastung der Logistikinfrastruktur, die Zusatzmengen im Paketbereich von bis zu plus 50 % pro Woche zu bewältigen hatte“, sagt Generaldirektor DI Dr. Georg Pölzl.

„Unter diesen Rahmenbedingungen ist das erste Halbjahr 2020 hinsichtlich Umsatz über unseren Erwartungen und hinsichtlich Ergebnis innerhalb unserer Erwartungen verlaufen“, so Georg Pölzl weiter. Der Umsatz des Österreichischen Post-Konzerns lag im ersten Halbjahr 2020 mit 981,9 Mio EUR sogar leicht über dem Vergleichswert des Vorjahres (+0,1 %). Dabei konnte das dynamisch wachsende Paketgeschäft mit einem Anstieg von 30,0 % die Rückgänge in der Briefdivision sowie in der Division Filiale & Bank kompensieren.

In der Division Brief & Werbepost zeigten sich die erwarteten Rückgänge mit einem reduzierten Umsatz von 10,5 %. Dies ist einerseits auf erhöhte Rückgänge bei klassischen Briefen zurückzuführen – hervorgerufen durch die Schließung vieler Behörden und Unternehmen, andererseits auch auf den Entfall von Werbesendungen als direkte Auswirkung der COVID-19 bedingten behördlich angeordneten Geschäftsschließungen. In der Division Paket & Logistik war der Umsatzanstieg von einem positiven organischen Wachstum durch Online-Bestellungen sowie Mehrmengen aufgrund der Kooperation mit der Deutsche Post DHL Group seit August des Vorjahres getragen. Der Umsatzrückgang in der neu ausgewiesenen Division Filiale & Bank im ersten Halbjahr 2020 von 34,6 % ist darauf zurückzuführen, dass die bank99 erst mit 1. April 2020 im Markt gestartet ist, während im ersten Halbjahr des Vorjahres noch 18,8 Mio EUR Servicevergütungen des ehemaligen Bankpartners inkludiert waren.

In der Ergebnisentwicklung des ersten Halbjahres spiegeln sich sowohl die Dynamik der unterschiedlichen Geschäftszweige als auch die Auswirkungen durch COVID-19 wider. In Summe waren negative COVID-19 Effekte im EBIT im ersten Halbjahr von ca. 45 Mio EUR zu verzeichnen – durch außerordentliche Gesundheits- und Logistikkosten (ca. 20 Mio EUR) sowie der Ergebnisbelastung aus Umsatzrückgängen (ca. 25 Mio EUR). Der reduzierte Umsatz im Brief- und Werbegeschäft wirkte sich aufgrund der hohen Fixkostenintensität dieses Geschäfts ergebnisseitig stark aus. Das Paketgeschäft profitierte hingegen von starken Impulsen im Online-Handel, allerdings sind damit grundsätzlich höhere variable Kosten verbunden. Darüber hinaus waren in den letzten Monaten Zusatzkosten zu verzeichnen, um die unerwarteten Mengen von bis zu plus 50 % in manchen Wochen zu bewältigen. Das EBIT des Logistikgeschäfts (exkl. Division Filiale & Bank) reduzierte sich daher um 27,4 % im ersten Halbjahr auf 76,9 Mio EUR.

Ein wesentlicher Sondereffekt des Jahres 2020 ist der Aufbau der bank99. Seit April ist die bank99 am Markt aktiv und wird ein fokussiertes Angebot an Finanzdienstleistungen aufbauen. Bereits über 42.000 Kundinnen und Kunden konnten in diesen vier Monaten gewonnen und erste Finanzdienstleistungsumsätze verbucht werden. Ziel ist es, dieses Finanzdienstleistungsgeschäft in den nächsten Quartalen um neue Produkte zu erweitern und ab dem Jahr 2023 positive Ergebnisbeiträge zu erwirtschaften. Die Division Filiale & Bank erzielte durch die Aufbaukosten der bank99 und COVID-19 bedingten Belastungen einen negativen Ergebnisbeitrag von 28,7 Mio EUR. Das Konzern-EBIT (EBIT) zum ersten Halbjahr 2020 reduzierte sich somit insgesamt von 107,7 Mio EUR im ersten Halbjahr 2019 auf 48,2 Mio EUR in der aktuellen Periode. Das Ergebnis je Aktie betrug im ersten Halbjahr 2020 0,66 EUR nach 1,17 EUR im Vorjahr.

Eine Umsatz- und Ergebnisprognose der Österreichischen Post für das Geschäftsjahr 2020 ist aufgrund der aktuell schwer einschätzbaren wirtschaftlichen Situation in vielen Kundenbranchen mit Unsicherheiten behaftet. Die weitere Entwicklung der COVID-19 Pandemie, die daraus resultierenden behördlichen Maßnahmen, aber insbesondere die Art und Weise des wirtschaftlichen Hochlaufs, haben einen direkten Einfluss auf den weiteren Geschäftsverlauf des Jahres 2020. Vor dem Hintergrund der aktuellen Trends und unter der Voraussetzung einer stetigen Erholung der wirtschaftlichen Situation ist davon auszugehen, dass der Umsatz 2020 weitgehend stabil bleiben wird. Ab dem Zeitpunkt der Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo wird diese darüber hinaus für ein Umsatzwachstum im Jahr 2020 sorgen.

Ergebnisseitig ist in einer Prognose für das Jahr 2020 davon auszugehen, dass ein EBIT des Logistikgeschäfts (exkl. Division Filiale & Bank) von zumindest 160 Mio EUR erreicht werden kann. Das Konzernergebnis (Basis EBIT 2019: 201 Mio EUR) wird von zwei Zusatzeffekten geprägt sein. Einerseits ist ein positiver Effekt durch die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo zu erwarten, andererseits eine Belastung durch die Aufbaukosten der bank99. Die dafür notwendigen Langfristinvestitionen und Anlaufkosten sollten sich in den nächsten Quartalen stetig reduzieren.

Die Österreichische Post wird weiterhin alle Investitionen und Maßnahmen intensiv weiterverfolgen, die zu einer Kapazitätserweiterung und zu einer nachhaltigen Effizienzsteigerung führen. Zielgerichtete Investitionen und Maßnahmen sollen zu einer Ergebnisverbesserung in allen Divisionen beitragen und somit auch das Konzernergebnis 2021 wieder steigern.

Der komplette Bericht ist im Internet unter post.at/ir –> Reporting verfügbar

Quelle: www.post.at

Foto “head”: 123RF /rawpixel

Pressemitteilung veröffentlicht am 07.08.2020 in Briefdienste, News (In- und Ausland), Paketdienste / Expressdienste.
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