Stellungnahme der regify-Gruppe zum Start der De-Mail im Frühjahr 2012 – Schwachstellen der De-Mail für Nutzer gravierend

Laut Berichterstattung der FAZ vom 4. Dezember 2011 („Konkurrenz für den E-Postbrief“) wollen die Deutsche Telekom sowie United Internet und Mentana Claimsoft im Frühjahr 2012 mit der De-Mail auf den Markt gehen. De-Mail soll, so in dem FAZ-Bericht, eine sichere Kommunikation im Internet garantieren.

Die regify-Gruppe, internationaler Anbieter für die vertrauliche und verbindliche E-Mail-Kommunikation und digitale Post, sieht bei der De-Mail weiterhin große Defizite. Zumal Anbieter wie regify bereits Lösungen entwickelt haben, die solche Schwachstellen gar nicht erst aufweisen. Defizite sieht regify hauptsächlich bei folgenden Aspekten:

Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung findet bei der Nutzung der De-Mail nicht statt. Die Nachrichten werden zur Überprüfung von Viren und zur Prüfung, ob es sich um eine SMTP-Mail handelt, kurzfristig entschlüsselt. Während dieses Vorgangs sind die Nachrichten einem erhöhten Risiko des Angriffes durch unbefugte Dritte ausgesetzt. Ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist das Briefgeheimnis nicht gewahrt, denn De-Mail-Provider öffnen mit dem vorgesehenen De-Mail-Verfahren jede einzelne vertrauliche Nachricht. Viele Nutzer könnten alleine aus Gründen des Datenschutzes De-Mail nicht verwenden.

Neue E-Mail-Adresse notwendig

Dass Nutzer der De-Mail geschützte E-Mail-Adressen mit einem besonderen Domänennamen erhalten, erscheint auf den ersten Blick logisch, ist es aber nicht. Alle potenziellen De-Mail-Nutzer haben sich über die Jahre hinweg eine E-Mail-Infrastruktur aufgebaut und diejenigen E-Mail-Adressen eingerichtet, die für ihre geschäftlichen, behördlichen und auch privaten Zwecke am besten geeignet sind. Bei der De-Mail müssen die Nutzer ihre bewährte Struktur verlassen und stattdessen eine rein deutsche, komplett neue E-Mail-Infrastruktur aufbauen. Und das, obwohl sich die bestehende E-Mail-Infrastruktur über ein Vierteljahrhundert hinweg bestens bewährt hat.

De-Mail ist eine rein deutsche Insellösung

De-Mail deckt nicht die Bedürfnisse einer Exportnation wie Deutschland ab. Wir sind auf eine vertrauliche und verbindliche digitale Kommunikation über Deutschland hinaus angewiesen. Die Akzeptanz der De-Mail ist international nicht gegeben. Es ist nicht zu erwarten, dass Unternehmen parallel eine internationale Lösung und zusätzlich eine rein deutsche De-Mail-Lösung einsetzen werden.

De-Mail ist ein „Closed Shop“

Durch den Zwang, eine neue E-Mail-Adresse haben zu müssen, sind klassische E-Mail-Provider beim Zuschlag als De-Mail-Provider klar im Vorteil. Das führt zu einem De-Mail-Oligopol mit in der Folge gravierenden Nachteilen bei der Preisgestaltung in einem nicht wirklich vorhandenen Wettbewerbsmarkt.

De-Mail ermöglicht kein mobiles Arbeiten

Als vertrauliche und verbindliche elektronische Kommunikation kann die De-Mail Stand heute nicht auf mobilen Endgeräten genutzt. Diese werden aber in der Geschäfts- und privaten Welt immer wichtiger, auch für den Austausch sensibler schützenswerter Daten.

Quelle: www.regify.com

Foto “head” Gerd Altmann – www.pixelio.de

Pressemitteilung veröffentlicht am 07.12.2011 in De-Mail, E-Postbrief & Co., Elektronische Post.
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