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Roboter in der Logistik – noch Luft nach oben: Kongress des „Club of Logistics“ analysierte die Perspektiven der Robotik für die Logistik der Zukunft

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Eine hochkarätig besetzte Tagung des Club of Logistics, einer Vereinigung zur Förderung der Interessen der Logistikindustrie, befasste sich am 19./20. November 2013 in Luxemburg mit dem Stand und den künftigen Aussichten des Einsatzes der Robotertechnologie in der Logistik. Dabei wurden sowohl Nachholbedarf von Seiten der Branche als auch hohe mögliche Produktivitätsgewinne für die Logistikprozesse durch eine stärkere Nutzung der Technologie festgestellt.

Die in Luxemburg abgehaltene Tagung, stand unter dem Titel: „Robotik in der Logistik: Was leistet der elektronische Kollege?“ Unter der Moderation des Journalisten und Publizisten Dieter Schnaas beleuchteten Vertreter von Wissenschaft und Industrie in verschiedenen Talkrunden, ob und wie die Robotik ein Produktivitätsgewinn für die Logistik sein kann.

Stand der Robotertechnologie

Die Diskussionsrunde zum Thema „Robotik heute und morgen: Bestandsaufnahme und Szenarien“ bestritten Prof. Dr. Andreas Birk, Professor of Electrical Engineering in der Sektion Jacobs Robotics der Jacobs University in Bremen, Prof. Dr. Raúl Rojas vom Institut für Informatik im Fachbereich Mathematik und Informatik der Freien Universität Berlin, Dr. Marc Ronthaler vom Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz GmbH in Bremen und Prof. Dr.-Ing. Markus Krabbes von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur HTWK in Leipzig. Sie stellten eine „Zeitenwende in der Robotik“ fest, die insbesondere für die Logistik interessant ist: Roboter seien zunehmend in der Lage, in nicht vorher festgelegten Umgebungsverhältnissen („unstrukturierten Umgebungen“) zu arbeiten. Dies reduziere ihren Einsatz nicht mehr auf Fabrikations- und andere ortsgebundene Räume und eröffne ein neues Einsatzspektrum etwa für die Entladung von Fahrzeugen in Innenhöfen.

Im Mittelpunkt der derzeitigen Entwicklungsanstrengungen stehe die weitere Verbesserung der Roboterfähigkeiten zum Erkennen, Lokalisieren und Manipulieren von Gegenständen. So erfordert die Bewältigung typischer Logistikaufgaben auch das Handling von Objekten mit unregelmäßigen Formen und Strukturen. Dazu, so die Forscher, müsse der „elektronische Kollege“ über ein hohes Maß an Intelligenz verfügen, etwa um Greifpunkte zu ermitteln oder festzustellen, welche Teile der Gegenstände sich eventuell abnehmen oder bewegen lassen.

Als weiteres wichtiges Forschungsfeld nannten die Experten die Optimierung der Zusammenarbeit von Menschen und Robotern in einem gemeinsamen Arbeitsraum. Schließlich müssen weitgehend autonom arbeitende Roboter auf das Zusammenspiel mit Menschen vorbereitet sein, die sich nicht immer regelgerecht oder rational verhalten. Lösungsansätze hierzu sind beispielsweise Roboter, die das Regal zum Lagerarbeiter bringen statt diesen beim Gang durch das Lager zu unterstützen.

Alle Experten waren sich einig, dass das technologische Potenzial auf diesen Sektoren noch lange nicht ausgeschöpft ist. Der sich selbst entladende LKW sei keine Frage der Machbarkeit, sondern der Finanzierung, meinte etwa Andreas Birk von der Jacobs University in Bremen.

Robotik der Zukunft

Über die Zukunft diskutierten unter dem Titel „Robotik in der Logistikindustrie: Anwendungen und Zukunftsmusik“ Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Echelmeyer von der ESB Business School der Reutlingen Universität in Reutlingen, Rolf Peters, Geschäftsführender Gesellschafter der K-Robotix GmbH in Bremen, Dr. Axel Richter, Chairman der Deutschen Sektion des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) in Frankfurt sowie Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus-Dieter Thoben, Geschäftsführer der BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH.

Die Fachleute dieser Runde machten als Voraussetzung für einen großen Durchbruch der Robotik in der Logistikbranche den Faktor Standardisierung aus. Konkret: Je weit gehender sich logistische Prozesse standardisieren lassen, desto umfassender kann die Robotik Produktivität steigernd eingesetzt werden. Hier liege die Aufgabe nicht nur auf Seiten der Technologie, sondern auch bei der Logistik selbst, etwa bei der Optimierung der Containerbeladung. Zuviel Luft im Container oder viele hineingequetschte Pakete erschweren die Standardisierung und Automatisierung derzeit noch erheblich, stellte das Podium fest. Bevor die Robotik hier optimale Lösungen liefern könne, müssten die Prozesse exakter definiert und die Arbeitsobjekte wie Containerinhalte etc. klarer strukturiert sein. Roboter seien inzwischen immerhin in der Lage, das Thema Umverpackung automatisiert zu lösen, das heißt etwa die Herstellung von Mischpaletten aus sortenreinen Chargen.

Als Hauptaufgabe für die Entwicklung von Robotern für die Logistik der Zukunft identifizierten die Wissenschaftler die Steigerung der Intelligenz der Maschinen, so dass sie sich auch in nicht standardisierbaren Situationen perfekt einsetzen lassen. Dies käme einem deutlichen Produktivitätsschub gleich, denn die Logistik sieht sich mit ständigen Änderungen konfrontiert, beispielsweise neuen Verpackungen und neuen Prozessanforderungen. Die RFID-Technologie mache vor, wie diese Aufgaben von Roboter und Verpackung gemeinsam gelöst werden könnten: Neue Verpackungen kommunizieren mit dem elektronischen Kollegen und geben Hinweise auf das sachgemäße Handling der Objekte. In bestimmten Umgebungen sei zudem die Fortentwicklung der Exoskelette ein viel versprechender Ansatz, Arbeiten im Logistikbereich zu erleichtern.

Robotik zum Anfassen

„Ernte-Drohnen, selbstfahrende Autos, künstliche Doppelgänger: Die Roboter von morgen – und wie sie die Welt verändern“, so lautete das Thema einer Praxisrunde, in der Andreas Menn, Redakteur Technik & Wissen der WirtschaftsWoche in Düsseldorf, einen anschaulichen Überblick über die derzeit eingesetzte Robotergeneration vermittelte und weitere Perspektiven mit DI Heinrich Amminger, Mitglied der Geschäftsführung der YLOG GmbH im österreichischen Dobl und Peter Hettich, CEO der Swisslog Holding AG, im Schweizerischen Buchs AG und Executive Vice President der Grenzebach Automation GmbH in Karlsruhe, diskutierte. Beispiele für Logistikroboter sind autonome Behälterfahrzeuge, die etwa für die Kommissionierung von Medikamenten zum Einsatz kommen, oder ein in der Schweiz geplantes auf unterirdischen Tunneln basierendes Paketverteilungssystem. Auch Drohnen als Frachtzusteller und völlig autonome Lager sind bereits zur Marktreife entwickelt oder stehen kurz davor.

Die 77 Gäste, hauptsächlich Mitglieder des Club of Logistics, zeigten sich von den dargestellten Perspektiven der Robotik sehr beeindruckt. Insgesamt empfiehlt jedoch Peter Voß, Geschäftsführer des Club of Logistics, seiner Branche mehr Mut zur technologischen Innovation: „Die Logistik sieht sich gern als besonders innovativ. Wenn es aber um die Einführung von High-Tech-Lösungen der Robotik geht, verhält sie sich doch recht zögerlich. Natürlich gibt es noch ungelöste Probleme auf diesem Sektor, aber die möglichen Produktivitätsgewinne sollten Ansporn zu größerer Öffnung hin zur Robotik sein. Allen Bedenkenträgern zum Trotz glaube ich, dass der elektronische Kollege in der Logistik kommen wird. Und zwar früher als manche erwarten.“

Quelle: www.club-of-logistics.de

Foto „head“: Dieter Schütz – www.pixelio.de

Pressemitteilung veröffentlicht am 05.12.2013 in Dies + Das, News (In- und Ausland).
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