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Grenzenloses Shoppingerlebnis – Verbraucherrechtsexperte Dr. Carsten Föhlisch gibt Tipps für sicheres Einkaufen in europäischen Online-Shops

Ob modernste Technik oder die neusten Modetrends aus London, Paris und Mailand: Das Einkaufen in europäischen Online-Shops wird immer beliebter. Jedoch gibt es einiges, was Online-Käufer beim grenzüberschreitenden Interneteinkauf beachten sollten. Wann endet die Widerrufsfrist und wer zahlt das Porto für die Rücksendung, wenn die Ware nicht gefällt oder defekt ist? Dr. Carsten Föhlisch, Volljurist und Experte für Verbraucherrecht, klärt darüber auf, was Verbraucher beim Einkauf in europäischen Online-Shops unbedingt wissen sollten.

Die acht Tipps für ein sicheres Einkaufen in europäischen Online-Shops

1) Wenn ein deutscher Verbraucher in einem französischen Online-Shop einkaufen möchte, welches Recht gilt dann für ihn? Das deutsche oder das französische?
Dr. Carsten Föhlisch: Das kommt ganz auf den jeweiligen Shop an. Denn Shops, die ihren Verkauf auf das Land des Einkäufers ausgerichtet haben, müssen auch das Recht des Verbraucherstaates anwenden. Wenn also ein französischer Online-Shop zum Beispiel einen Versand nach Deutschland anbietet und sich mit deutschsprachigen Produktbeschreibungen gezielt an Online-Käufer aus Deutschland richtet, dann gilt in diesem Fall das deutsche Verbraucherschutzrecht.

2) Gilt immer das Recht des Online-Shoppers oder kann der Händler auch ein anderes Verbraucherschutzrecht vereinbaren?
Dr. Carsten Föhlisch: Der Online-Shop-Betreiber kann eine sogenannte Rechtswahl treffen und in seinen AGB ein anderes Verbraucherschutzrecht festlegen. Allerdings darf dieses Recht den Verbraucher nicht benachteiligen. Kauft ein deutscher Online-Shopper beispielsweise etwas in einem italienischen Shop, der italienisches Recht vereinbart hat, so gilt die Widerrufsfrist von zehn Tagen nicht für ihn. Da die italienische Frist ihn benachteiligen würde, gelten auch hier die in Deutschland üblichen 14 Tage. Anders sieht es aus, wenn der Einkäufer aus Spanien kommt. Für ihn zählt die Widerrufsfrist von zehn Tagen, da Spanien nur eine Frist von sieben Tagen hat und er durch die Rechtswahl im Vorteil ist.

3) Gibt es in jedem europäischen Land ein Widerrufsrecht?
Dr. Carsten Föhlisch: Ja, die von der EU festgelegte Fernabsatzrichtlinie verpflichtet jedes Mitgliedsland, in seinem nationalen Recht Verbraucherschutzrechte zu verankern. Allerdings legt diese Richtlinie nur bestimmte Mindeststandards fest, über die viele europäische Länder hinausgegangen sind. Die Folge: Die Widerrufsfristen sind in den verschiedenen europäischen Ländern sehr unterschiedlich.

4) Wie lang sind die jeweiligen Widerrufsfristen der europäischen Länder?
Dr. Carsten Föhlisch: Viele europäische Mitgliedstaaten bieten eine längere Widerrufsfrist als die festgelegten sieben Tage. So beträgt die Widerrufsfrist:

  • 7      Werktage in Bulgarien, Irland, Litauen, Luxemburg, den Niederlanden,      Österreich, der Slowakei, Spanien und dem Vereinigten Königreich (wobei in      Österreich der Samstag explizit ausgenommen ist)
  • 7      Kalendertage in Frankreich
  • 8      Werktage in Ungarn
  • 10      Werktage in Griechenland, Italien und Rumänien
  • 10      Kalendertage in Polen
  • 14      Kalendertage in Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland,      Lettland, Portugal, Schweden, der Tschechischen Republik und Zypern
  • 15      Kalendertage in Malta und Slowenien

5) Können Verbraucher ihre Bestellung in jedem Land per E-Mail widerrufen?
Dr. Carsten Föhlisch: Die Fernabsatzrichtlinie schreibt keine bestimmte Form für den Widerruf vor. In Belgien, Dänemark, Frankreich und den Niederlanden können Verbraucher sogar telefonisch ihre Bestellung widerrufen. In Deutschland und Großbritannien reicht eine E-Mail oder ein Brief aus, in Italien jedoch nicht. Verbraucher müssen dort ihre Bestellung per Einschreiben mit Empfangsbestätigung widerrufen.

6) Gelten in jedem Land die gleichen Regeln bei den Kosten für die Hin- und Rücksendungen?
Dr. Carsten Föhlisch: Laut Fernabsatzrichtlinie können die Rücksendekosten bei einem Widerruf der Bestellung dem Käufer auferlegt werden. Hierdurch kommt es zu unterschiedlichen Regelungen in den Mitgliedstaaten. In Dänemark, Frankreich und Belgien trägt der Online-Shopper die Kosten für die Rücksendung. In Finnland wiederum zahlt der Verkäufer die Portokosten für das Zurücksenden der Ware. In einigen Ländern, wie zum Beispiel Großbritannien, kann der Verkäufer entscheiden, ob der Verbraucher die Kosten trägt oder nicht. Anders sieht es bei den Portokosten für die Hinsendung der Ware aus. Widerruft der Käufer seine Bestellung, so muss der Online-Händler immer die Kosten für die Hinsendung der Bestellung übernehmen.

7) Werden die europäischen Verbraucherschutzrechte in Zukunft einheitlicher?
Dr. Carsten Föhlisch: Ja, spätestens ab Juni 2014 gibt es in allen Mitgliedstaaten einheitliche Verbraucherschutzrechte. Ab dem Zeitpunkt gilt eine generelle Widerrufsfrist von 14 Tagen. Der Online-Händler trägt bei einem Widerruf immer die Kosten für die Hinsendung. Die Portokosten für die Rücksendung bezahlt der Verbraucher, wenn er vorher vom Online-Shop darüber informiert wurde. Der Online-Käufer ist verpflichtet, die Ware dann innerhalb von 14 Tagen nach Widerruf an den Händler zurückzuschicken. Der Händler ist dann verpflichtet, innerhalb von 14 Tagen ab Widerruf durch den Verbraucher das Geld zu erstatten. Er kann diese Zahlung allerdings so lange verweigern, bis er die Ware erhalten hat bzw. der Verbraucher ihm die ordnungsgemäße Absendung nachgewiesen hat.

8) Müssen Verbraucher beim Einkaufen in europäischen Online-Shops Zölle bezahlen?
Dr. Carsten Föhlisch: Generell fallen beim Online-Shopping in Europa keine Zölle mehr an, da die EU eine Zollunion darstellt. Allerdings gibt es hier auch Ausnahmen: Für bestimmte Waren, wie beispielsweise Zigaretten und Alkohol, gelten in der EU besondere Verbrauchersteuervorschriften. Insbesondere wenn größere Mengen gekauft werden, sollten sich Verbraucher darüber informieren. Detaillierte Informationen finden Online-Shopper unter www.zoll.de.

Quelle: www.trustedshops.de

Foto „head“: Benjamin Thorn – www.pixelio.de

Pressemitteilung veröffentlicht am 15.06.2012 in Dies + Das, News (In- und Ausland).

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